ProSieben kündigt eine eigene LiveTV-App an

Im Juni startet ProSieben eine App für mobile Endgeräte, über die die Kanäle der Sendergruppe als Livestreams angeboten werden – so meldet die FAZ am 8. Mai. Das Angebot soll kostenpflichtig sein und für 2,99 Euro/Monat das LiveTV zugänglich machen sowie Catchup aller Sendungen für sieben Tage. Wenn das tatsächlich realisiert wird, können User alle Sendungen noch bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung in der App sehen.

Im Juni startet ProSieben eine App für mobile Endgeräte, über die die Kanäle der Sendergruppe als Livestreams angeboten werden – so meldet die FAZ am 8. Mai. Das Angebot soll kostenpflichtig sein und für 2,99 Euro/Monat das LiveTV zugänglich machen sowie Catchup aller Sendungen für sieben Tage. Wenn das tatsächlich realisiert wird, können User alle Sendungen noch bis zu sieben Tage nach Ausstrahlung in der App sehen.

Das Produkt soll „7TV“ heissen und wird im Wettbewerb zu Angeboten von RTL stehen: RTL bietet für jeden einzelnen Sender der Gruppe eine App an (RTL NOW, VOX NOW, SUPERRTL NOW und RTLII NOW), die Nutzer sollen dafür 1,79 Euro/Monat bezahlen.

ProSieben geht also einen anderen Weg als RTL und bietet sämtliche Kanäle unter einer Dach-App an. Dieses Angebot scheint deutlich günstiger als das RTL-Angebot – zumindest dann, wenn User mehr als einen Kanal nutzen wollen.

Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die Sender-Apps gegenüber den Angeboten von Aggregatoren wie Zattoo, Magine oder Couchfunk positionieren. Aktuelle Zahlen der AGOF Mobile Facts 2013-III sprechen eher für die Aggregatoren: Zattoo hat danach 409.000 Unique User (Reichweite: 1,5%) und belegt Platz 63 in der Messung, dagegen rangiert RTL NOW auf Platz 118 mit einer Reichweite von 0,3% oder 80.000 Unique Usern. Freilich wird die hohe reichweite von Zattoo durch das kostenfreie Angebot erreicht. Offenbar tut sich zattoo schwer damit, seine Kunden in die bezahlten Angebote zu locken, in denen dann RTL gesehen werden kann. ProSieben jedenfalls gestaltet sein Angebot in der eigenen App attraktiver als beim Aggregator Zattoo: Unter der eigenen Dach-App soll zeitversetztes TV möglich sein, bei Zattoo dagenen (noch) nicht.

Insgesamt ringen die Sender um den richtigen Weg, mobile Reichweite aufzubauen. Eigene Apps, Over-the-Top Aggregatoren oder die „klassischen“ Angebote wie Entertain to Go der Deutschen Telekom (mit sehr beschränkter mobiler Nutzung). Verfügbarkeit der Rechte, technologische Herausforderungen, das richtige Geschäftsmodell, ein attraktives, nutzerfreundliches Produkte-Offering sowie die richtigen Maßnahmen zum Reichweitenaufbau: Viele Faktoren beeinflussen das Vorgehen der Marktteilnehmer, aber zumindest ist jetzt klar, dass auch ProSieben in das Rennen um die mobile TV-Nutzung eingestiegen ist.

Quelle: http://lnkd.in/dCDdT9T